Referenzen, 1999-2004

References, 1999-2004

Die tatsächlichen Begebenheiten, die vor der Entstehung eines Fotos existierten werden bei 50 Fotografien untersucht.
Ort, Zeitpunkt, Anlaß und die technische Bedingungen sind die Referenzen eines Fotos.

-Pyramide de Cheops-
Foto: Aimé Rochas
Maxime du Camp
(1822-1894)

1849

-J.R. 5-9-70-
Robert Häusser (1924)
1970

Maxime du Camp, im Auftrag des französischen Erziehungsministeriums, und Gustave Flaubert bereisen zwei Jahre lang auf ihrer "Grand Tour" Nordafrika, Plästina und Syrien. Du Camp macht mit seinen bei Gustave LeGray neuerworbenen Fotokenntnissen Aufnahmen der besuchten Örtlichkeiten. Am 7.Dezember 1849 erreicht die Gruppe mit ihren Pferden die Pyramiden und übernachtet im Zelt. Am übernächsten Morgen, am 9.Dezember, dokumentiert Du Camp mit verschiedenen Einstellungen die Bauwerke, wobei Flaubert als Größenvergleich manchmal auf kleineren Pyramiden posiert.
In dem 1854 veröffentlichten Werk Du Camp´s: ”Egypte, Palestine et Nubie” sind die Bezeichnungen der Pyramiden vertauscht, so daß unter der beschriebenen Aufnahme ”Pyramide de Chephren” steht.
Zusätzlich stammt sie auch nicht von Du Camp, sondern ist eine Reproduktion einer Daguerreotypie von Aimé Rochas aus dem Jahre 1840, den DuCamp zum Beginn seiner Reise in Kairo traf.

Cheopspyramide, Gizeh, Kairo, E
-aus ca. 1,40 m Höhe

in der Sammlung: Agfa Foto Historama, Köln, D


Auf Grund der Androhung eines Fahrerboykotts (Sicherheits- bedenken) ist der AvD gezwungen, den ”Großen Preis von Deutschland” auf dem Nürburgring abzusagen. Mit dem neu konstruierten Hockenheimring findet man kurzfristig einen akzeptierten Ersatz. Am 2. August 1970 kämpfen zum 1.Mal in der Geschichte der Formel-1-Rennen hier Fahrer um WM-Punkte. Robert Häusser hat den Auftrag, dieses besondere Rennen auf dem Hockenheimring für einen Kalender zu fotografieren. Dabei fällt ihm ein komplett zugedeckter Lotus-Rennwagen auf, der für den Formel-1-Fahrer Jochen Rindt bereit steht. Der eingehüllte Wagen als Objekt ist so faszinierend, daß er seine ganze Aufmerksamkeit nur noch ihm widmet und den eigentlichen Auftrag nicht mehr ausführt. Jochen Rindt gewann diesen ”Großen Preis von Deutschland” nach hartem Kampf und führte vor den letzten vier Rennen die Fahrer- weltmeisterschaft an. Am 5.September 1970 kam Jochen Rindt beim Abschluß-Training zum ”Großen Preis von Italien” in Monza ums Leben. Trotzdem wird ihm, auf Grund der Punktzahlen, posthum der Titel des Weltmeisters 1970 zugesprochen.
Robert Häusser widmete diese Arbeit mit dem Titel ”J.R.5-9-70” dem verunglückten Rennfahrer.

-Hockenheimring, Hockenheim, D, -ca. 1,60m Höhe, ca.62° Bildwinkel
-1./2.August 1970, gegen Mittag

in der Sammlung Vollmer, Köln, D